Verlängerung von Berechtigungen und ärztlichen Tauglichkeitszeugnissen infolge Covid19

Die Situation betreff Coronavirus hält ein zusätzliches Problem für die GA bereit. Von der Lahmlegung des öffentlichen Lebens wurde auch die private Fliegerei (GA) betroffen. 

Die Covid19-Pandemie führt dazu, dass aus rein praktischen Gründen viele Berechtigungen und ärztliche Tauglichkeitszeugnisse nicht rechtzeitig erneuert werden können und abzulaufen drohen. Flugschulen und die meisten Flugplätze sind geschlossen, Checkflüge nicht möglich, Kontrolluntersuchungen beim BAZL-Vertrauensarzt nicht opportun, um nur einiges zu nennen. Was also  tun?

Da in Europa die EASA die Bemühungen der Länder für eine Lösung dieses Problems koordiniert, hat sich die IAOPA von Beginn weg bei ihr eingebracht und an einer Lösung dieses Problems mitgearbeitet. Ziel war und ist es, nach Möglichkeit eine verständliche, einfache und einheitliche Regelung zu finden, wie die Gültigkeit der Berechtigungen etc. erhalten bzw. verlängert werden können. Die EASA kann das nicht selbst verfügen, denn das liegt in der Hoheit der Mitgliedstaaten (auch derjenigen, die kein Stimmrecht haben, wie die Schweiz). Sie hat nach einigem Hin und Her ein «Template» für den Erlass einer «Notverordnung Verlängerung» erstellt und den jeweils nationalen Behörden zugestellt. Was einfach tönt, ist in Tat und Wahrheit viel komplizierter. Es gilt, alle Berechtigungen zu berücksichtigen, und auch eine Unterscheidung zwischen gewerbsmässigen und privaten Flügen zu berücksichtigen. 

Das BAZL hat das EASA-Template schnell umgesetzt und publiziert (hier der Link dazu). Nicht nur ist alles in Englisch (Level 6+, weil nicht einmal mehr die Juristen drauskommen), sondern auch verwinkelt, verschachtelt und mit Bezügen links und rechts. Kein Vorwurf an das BAZL, denn es reflektiert nur, was die Gesetze und EASA vorgeben. Unser Anliegen ist es, das Ganze so weit möglich und nötig zu «übersetzen», also verständlich darzustellen. Dabei wird auf die häufigsten Berechtigungen, nämlich PPL(A) und CPL(A)-Piloten für private Flüge eingegangen und das Vorgehen dargestellt:

  • Alle Klassen- und Musterberechtigungen (wie SEP, MEP, MOU, IR, PC12, etc.) werden um 4 Monate verlängert, längstens aber bis zum 19. November 2020. Zu diesem Zweck muss ein mündliches Briefing mit einem Fluglehrer stattfinden, der die theoretischen Flugkenntnisse des gesuchstellenden Piloten auffrischt und mit dem Formular (Annex 1 zum vorliegenden Attachment) bestätigt. Dieses ausgefüllte Formular mitsamt Attachment ist bei jedem Flug mitzuführen. Nachdem sich die Covid19-Bedingungen wieder normalisiert haben, soll bei der späteren Revalidierung bzw. Renewal dieses Formular zusammen mit den üblichen Unterlagen dem BAZL eingereicht werden.
  • Language Proficiency, ärztliche Tauglichkeitszeugnisse sowie Fluglehrerberechtigungen werden bis zum 19. November 2020 verlängert. Das Formular (Annex 1 zum vorliegenden Attachment) wird dazu nicht verlangt.
  • Für alle anderen Piloten (LAPL, Helikopter, Segelflug, Ballon, etc.) verweisen wir auf das vorliegende Attachment.
  • Für gewerbsmässige Flüge ist dieses Dokument, das ein anderes Verfahren vorsieht, anwendbar.


Wir sind der Ansicht, dass die vorliegende Lösung im Sinne der General Aviation und somit der Privatpiloten ist. Besten Dank dem BAZL für das schnelle Handeln. 

Bei Fragen stehen wir Ihnen unter 044 450 50 45 oder per Mail zur Verfügung.

Diese Angaben können jederzeit ändern. Lediglich die Veröffentlichungen des BAZL sind verbindlich.