Aero Friedrichshafen 2010

Aviatisches Tauwetter am Bodensee

Mit leichtem Optimismus blicken die Veranstalter auf die kommende Luftfahrtausstellung AERO 2010 in Friedrichshafen. Zwischen dem 8. und 11. April 2010 erwarten die Organisatoren der AERO 2010 auf dem riesigen Messegelände in Friedrichshafen sogar mehr Besucher als im Vorjahr. Die General Aviation soll demnächst in den Steigflug zurück gehen.

So sieht etwa Jack J. Pelton, CEO von Cessna und Chef einer der grossen Hersteller von Business Jets, die Talsohle seiner Branche als langsam durchschritten an. Ein deutliches Indiz dafür sei, dass nicht nur das Angebot an Gebrauchtflugzeugen in diesem Segment zurückgehe, auch die Preise der Maschinen würden erstmals seit einigen Quartalen wieder ansteigen, betonte Jack J. Pelton. Wer heute ein neues Geschäftsreise-Flugzeug finanzieren wolle, habe es jetzt auch wieder leichter als noch vor einigen Monaten, von der Bank Geld zu bekommen. Zudem profitieren zumindest die Produzenten von sogenannten Very Light Jets möglicherweise auch von einer Marktbereinigung: Die Insolvenz von Herstellern zweimotoriger Einsteigerjets, wie etwa der US-amerikanischen Firma Eclipse Aviation, die wohl mehr als 2.000 Bestellungen für ihren Zweistrahler in den Auftragsbüchern stehen hatte, kommt jetzt teilweise anderen Flugzeugbauern zugute.

Interessenten, die nicht vorwiegend auf Speed und "Ramp Presence” setzen, können auch unterhalb der Jet-Liga auf der AERO 2010 in einem reichhaltigen Angebot fündig werden: So sind einmotorige Turboprops, wie etwa die bewährte Piper Meridian, die schnelle Daher-Socata TBM 850 oder der Schweizer Verkaufsschlager Pilatus PC-12 für viele Unternehmen eine kostengünstigere Alternative zum Jet.

 

Grosse Nachfrage nach Turbo-Twins

Die kleineren Turboprop-Twins sind nach wie vor sehr gefragt: Kurze Start- und Landestrecken, teilweise sogar Graspistentauglichkeit und die gegenüber einem Jet geringeren direkten Betriebskosten verschaffen zweimotorigen Turboprops markante Wettbewerbsvorteile. Hawker-Beechcraft hat seinen Klassiker King Air C90 als GTi- oder GTx-Version trotz höherer Ladekapazität nicht nur schneller gemacht, sondern endlich auch mit modernem Glascockpit ausgestattet.

Deshalb sieht Hans Doll, Verkaufsleiter bei Beechcraft Vertrieb und Service GmbH in Augsburg, eine deutliche Renaissance für die Turbinen-Twins mit Propeller: "Die Turboprop hat wieder mehr Renommee”, betont er und führt dies auch auf eine teilweise veränderte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zurück: "Mancher Firmenchef überlegt heute eher: Welches Flugzeug passt ins Bild?” Und dann sei das "Arbeitspferd” Turboprop besser zu vermitteln als mancher Jet. Deswegen präsentiert Beechcraft Augsburg in Friedrichshafen je eine neue King Air C90 und 200. Dennoch wird bei den zweistrahligen Jets die "Qual der Wahl” immer grösser: Mit dem brasilianischen Flugzeugbauer Embraer ist ein renommierter neuer Wettbewerber mit den Modellen Phenom 100 und 300 in der Klasse der leichteren Jets angetreten. Cessna zeigt die neue CJ-4 und Hawker-Beechcraft dürfte voraussichtlich mit der modernisierten Premier 2 vertreten sein.

Sparsame Flugzeugantriebe schonen Umwelt und Geldbeutel

Im gleichen positiven Trend liegen Elektro- und Hybridantriebe. Auch die Hersteller der General Aviation setzen zunehmend auf solche umweltschonenden Antriebe, von denen bereits serienreif sind. Die ersten von Elektromotoren angetriebenen Flugzeuge fliegen mittlerweile in den USA, China und in europäischen Ländern. Pläne für die Serienfertigung mehrerer Typen sind weit fortgeschritten.

Noch ist bei rein elektrischen Antrieben die mögliche Reichweite durch die Akkukapazität und dessen Gewicht limitiert. Deshalb geht beispielsweise der deutsche Hersteller Flight Design einen anderen Weg: Dort wird ein 114 PS starker Rotax-Verbrennungsmotor mit einem rund 40 PS leistenden Elektromotor kombiniert. Dadurch steht beim Start und im Steigflug nahezu die gleiche Leistung zur Verfügung wie bei einem herkömmlichen 160-PS-Motor aus amerikanischer Produktion. Der grosse Unterschied: Der moderne Hybridantrieb ist nicht nur wesentlich leichter und verbraucht deutlich weniger Sprit, er kommt anders als die US-Boxermotoren auch mit preiswertem, bleifreiem Autobenzin aus, statt mit dem verbleiten Flugzeugtreibstoff Avgas. Schliesslich gibt es immer wieder Spekulationen, ob und wie lange der bleihaltige und teuer herzustellende Avgas-Treibstoff für Kolbenmotor-Flugzeuge überhaupt noch angeboten wird. Auf der AERO 2010 wird das Thema Hybridantrieb jedenfalls erstmals auch in der General Aviation eine wichtige Rolle spielen. Der Dieselmotor, ein mittlerweile sehr fortgeschrittenes Antriebskonzept, wird an der AERO 2010 wie gewohnt auf viel Publikumsinteresse stossen. Mitllerweile hat nebst der deutschen Centurion Engines auch die junge österreichische Motorenfirma Austro Engines die notwendigen Luftfahrt-Zulassungen der europäischen Luftfahrtbehörde EASA erhalten. Mit dem französischen SMA-Dieselmotor sind jetzt drei Anbieter in verschiedenen Leistungsklassen sowohl für Neuflugzeuge als auch mit Nachrüst-Kits für ältere Maschinen auf dem rasch wachsenden Markt. Ein Vergleich dürfte sich lohnen, denn diese Triebwerke können je nach Zulassung entweder mit normalem Diesel oder mit Kerosin betrieben werden.

 

Personal-Jets machen Fortschritte

Im wachsenden Marktsegment „einstrahlige Personal-Jets“ werden Besucher der Internationalen Luftfahrtmesse ebenfalls etwas zu sehen bekommen: Diamond Aircraft Industries stellt ein „Advanced Mock-Up“ seines D-Jets in der Konfiguration vor, wie er nach der Zertifizierung an die ersten Kunden geht. Auch wenn Piper Aircraft die Zulassung seines ebenfalls einstrahligen Jets erst einmal nach hinten verschoben hat, wird es von Piper Germany in Friedrichshafen zumindest Informationen über den aktuellen Stand der Flugerprobung geben. Mit-Wettbewerber Cirrus Design räumt der Produktion seiner Kolbenmotor-Flugzeuge Priorität vor der Weiterentwicklung seines "Vision Jet” ein. Auf der Messe werden am Stand von Cirrus wohl Neuigkeiten über den Fortgang des Projekts zu erfahren sein.

Für die Branche der Geschäftsreiseflugzeug-Hersteller ist also vor der AERO "Licht am Ende des Tunnels” erkennbar, auch wenn die Jahre 2010 und 2011 laut einer Prognose von Forecast International zumindest für die Produzenten von Business Jets nicht ganz einfach sein dürften: In diesem Jahr sinke die Zahl der auszuliefernden Jets durch den schwachen Auftragseingang 2009 auf 738 Maschinen, im kommenden Jahr auf 716. Im Vergleich dazu war das Jahr 2009 mit 825 ausgelieferten Business-Jets noch gut. Ab dem Jahr 2012 prognostiziert die Studie wieder einen deutlichen Aufwärtstrend.

 
 

 

Gratis-Tickets für AOPA-Mitglieder

Als Aussteller hat die AOPA Switzerland mit dem Veranstalter dieses Jahr 50 freie Eintritte für AOPA-Mitglieder ausgehandelt. Da voraussichtlich mehr Mitglieder nach Friedrichshafen gehen wollen, verlosen wir die Tickets unter allen, die uns per E-Mail Ihren Namen, Ihre Mitgliedernummer, Ihre Adresse und die Anzahl der gewünschten Tickets – eines oder zwei - mitteilen. Sie können aber auch gleich online Ihr Interesse an der Verlosung bekunden. Pro ausgelostem Mitglied vergeben wir maximal zwei Gratis-Tickets im Wert von je Euro 13.50. Die Gewinner erhalten die Gratis-Eintrittskarten Ende März 2010 per Post zugestellt. Wir wünschen Ihnen viel Glück.

AOPA Switzerland
 

Öffnungszeiten AERO 2010 in Friedrichshafen

Donnerstag, 8. April bis  Samstag 10. April 2010

von 9:00 bis 18:00 Uhr

Sonntag, 11. April 2010

 von 9:00 bis 16:00 Uhr
 
Eintrittspreise
Kartentyp
Preise
1-Tageskarte
13,50 €
2-Tageskarte
25,00 €

Gruppen (ab 20 Personen) pro Person

9,50 €

Familienkarte (2 Erwachsene inkl. aller Kinder bis 14 Jahre)

29,00 € 

Kinder bis einschliesslich 6 Jahre

Eintritt frei
Katalogpreis
8,00€

Ermässigung für Kinder von 7-14 Jahre, Schüler, Studenten, Rentner, gegen Vorlage eines Ausweises.

 

Das Detailprogramm und ein Ausstellerverzeichnis zur AERO 2010 finden Sie unter www.aero-expo.com